Dem Leben auf der Spur
Wolken, Sonne und angenehme Kühle begleiteten uns bei unserem Treffpunkt auf der Schrabachalm. Die Sennerei mit ihren Köstlichkeiten aus eigener Erzeugung bot den idealen Ausgangspunkt für unsere Bergtage auf der Planneralm. Zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich gemeinsam von 21. bis 23. Juli 2026 auf den Weg. Der jüngste mit seinen 14 Jahren drückte dabei den Altersdurchschnitt beachtlich.
Am ersten Nachmittag führte unsere Wanderung zum idyllischen Plannersee, der einige sogar zu einem erfrischenden Fußbad einlud.
Nach dem Abendessen im Alpengasthof Grimmingblick kamen wir zu einer Gesprächsrunde zusammen. Wer wollte, konnte erzählen, wie es ihm geht und was ihn derzeit bewegt. Die Offenheit und das Vertrauen in der Gruppe berührten tief. Schmerzliche Verluste nahestehender Menschen fanden ebenso Raum wie Erlebnisse von Freude, Leichtigkeit und Dankbarkeit. In einer Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung wurden Mitgefühl und Verbundenheit spürbar.
Am Mittwoch erwartete uns am Kothüttensee ein spiritueller Impuls. Nach einer Körperreise und einem gemeinsamen Lied standen Fragen im Mittelpunkt, die uns durch den Tag begleiteten:
Wie geht es dir wirklich?
Wie aufmerksam höre ich zu?
Welche Erfahrungen prägen mein Leben?
Als Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten waren wir gemeinsam unterwegs und zugleich jede und jeder auf dem eigenen Weg.
Mit einer besonderen Aufgabe setzten wir unsere Wanderung fort: Wir achteten bewusst auf Zeichen und kleine Schätze der Natur entlang des Weges und sammelten sie für ein gemeinsames Mandala. Anschließend führte die Tour über die Karlspitze weiter auf die Schoberspitze. Nicht alle entschieden sich für den Gipfelanstieg. Nach einer gemeinsamen Rast kehrte eine kleinere Gruppe über die Goldbachscharte zum Planner Berghaus, unserem Quartier, zurück. Der Abend klang bei guten Gesprächen und gemeinsamen Spielen gemütlich aus.
Der Donnerstag begann mit einer grauen Wolkendecke und leichtem Nieselregen. Nach dem Frühstück und dem Zusammenpacken blieben wir zunächst im Haus und gestalteten aus den gesammelten Naturmaterialien unser Mandala. Dieser Moment war für viele besonders berührend: Aus den einzelnen Fundstücken entstand ein vielfältiges Ganzes. Im Zentrum lag ein von Menschenhand gebundenes Kreuz, ein Symbol der Verbundenheit mit allem Leben und miteinander.
Zum Abschluss stand noch ein gemeinsamer Aufstieg auf das Kleine Rotbühel am Programm. Noch einmal wurde deutlich, was diese Tage geprägt hatte: gemeinsam unterwegs zu sein, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und zugleich achtsam aufeinander zu schauen.
Gemeinschaft, Begegnung und die Nähe zu den einzelnen Menschen waren während dieser Bergtage deutlich spürbar. Gerade die Verbindung von Naturerlebnis, gemeinsamen Gesprächen und spirituellen Impulsen macht diese Tage auf der Planneralm so besonders. Dankbar blicken wir auf die vielen wertvollen Erfahrungen zurück und freuen uns bereits auf das nächste gemeinsame Unterwegssein.
Gertrude Klaus