KAB-Startgottesdienst
Ca. 40 Personen trafen sich, an einem wunderschönen Herbstsonntag, um gemeinsam den Weg zum Pilgerkreuz am Kürnberg zurückzulegen. Für den Anstieg wurde eine Impulsfrage mitgegeben, deren Assoziationen zum Beginn des Gottesdienstes, samt gesammelten Symbolen, geteilt werden konnten.
In welcher Form erntete ich schon einmal in meinem Berufsleben, in
meinem Ehrenamt oder in meiner Care-Arbeit?
Im Evangelium befassten wir uns mit dem Gleichnis vom Sämann. Markus 4 1-10
Es ist nicht selbstverständlich, dass die Saat aufgeht und wächst. Die Ernte kann verdorren oder in Wassermassen untergehen. Im Markus-Evangelium erzählt Jesus davon, was alles schief gehen kann am Weg, bis endlich etwas aufgeht und wachsen kann. Jesus bezieht sich auf das Wort Gottes – das gesät wird und auf unterschiedliche Menschen trifft. So gedeiht auch der Glaube, je nach Umgebung.
Auch in unseren Leben ist es so: Wir tun, verfolgen ein Ziel, aber wir haben es nicht gänzlich in der Hand, ob die Saat unserer Bemühungen aufgeht. Manchmal bleibt die Ernte aus. Manchmal sehen wir die Früchte unserer Bemühungen erst viel später. Und manchmal säen wir, und andere ernten.
Auch wenn nicht jeder Samen auf fruchtbaren Boden fällt und aufgehen kann – in Gottes guter Schöpfung gibt es genug Samen, die reiche Frucht bringen, schreibt Maria Katharina Moser.
Erntedank ist nach alttestamentlichem Verständnis das Fest der Fülle. Voller Stolz auf Meines, Unseres zu schauen. Dankbar zu sein. Zu staunen, was alles gewachsen, geworden und gelungen ist. Das Gewöhnliche und Gewohnte in seiner Schönheit sehen, sagt Dagmar Ruhm.
Betonen wird noch ein weiterer Aspekt der Fülle, nämlich der des Widerstandes. In einer Zeit, in der uns überall Mangel vermittelt wird, fällt eine Person auf, die sagt: „Ich bin zufrieden. Ich habe genug. Ich habe Zeit.“ Man steigt damit aus, aus dem Rausch des Neoliberalismus, des Konsums und dem Gedanken, des immer noch mehr anhäufen Müssens.
Jedoch bedarf es Übung diese Fülle zu spüren und auch den Mut zu haben gegen den Strom zu schwimmen und aufzufallen, weil man nicht in dieselbe Richtung geht, wie die Vielen.
Beim Abstieg wurde noch gemütlich Rast gemacht und jede:r trat im eigenen Tempo den Nachhauseweg an.
Auch im Herbst 2027 werden wir wieder zu einem schönen Platz laden, um dort Spiritualität in der Gemeinschaft, in Bewegung sowie in der Natur zu erleben. Mit dieser Energie lässt es sich wunderbar in das neue Arbeitsjahr starten.
Elisabeth Zeindlinger