In einer Zeit, in der demokratische Grundwerte zunehmend unter Druck geraten, analysiert Ehs die Herausforderungen unserer politischen Gegenwart und zeigt Wege auf, wie demokratische Institutionen gestärkt und weiterentwickelt werden können. Ihre pointierten Analysen und konkreten Vorschläge machen das Buch zu einem wichtigen Beitrag für die politische Debatte in Österreich und darüber hinaus.
Tamara Ehs zählt zu den profiliertesten Stimmen der österreichischen Demokratieforschung. Sie beschäftigt sich mit Fragen der politischen Teilhabe, der Verfassungspolitik und der demokratischen Resilienz in Krisenzeiten. Als Autorin, Beraterin und Vortragende bringt sie wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich in die öffentliche Debatte ein und engagiert sich für eine lebendige, inklusive Demokratie. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Sicherung der Demokratie in Österreich, Deutschland und auf EU-Ebene mit den Schwerpunkten soziale Ungleichheit und die Gefahren der Autokratisierung. Ehs führt den nicht unwesentlichen Anteil von Nichtwähler:innen, insbesondere aus dem untersten ökonomischen Drittel an, die sich nicht „freiwillig“ aus der Partizipation zurückgezogen haben.

Gemäß der Aussage „die da oben richten es sich eh“ würden diese die Mitwirkung an politischen Verständigungsinstrumenten als vergebens ansehen, da es „an der eigenen Lage ohnehin nichts ändere“. Die Autorin weist dabei auch auf eine Untersuchung von zehn europäischen Staaten (darunter Österreich) hin, in welcher bestätigt wurde, dass sich die Demokratie in den untersuchten Staaten generell an den Interessen der Wohlhabenden orientiert und Schlechtergestellte nur dann berücksichtigt, wenn sich deren Interessen mit jenen der Wohlhabenden decken.
In ihrem Buch „Verteidigung der Demokratie“ geht Tamara Ehs der Frage nach, wie sich der aktuelle Vertrauensverlust in die Regierungsform der Demokratie begründen, aber auch, wie sich Vertrauen wiederherstellen lässt. Ihre These: Um wirksam für die Demokratie zu kämpfen, müssen ihre Voraussetzungen verteidigt werden.
Und was ist mit jenen dauerhaft in Österreich lebenden Menschen, die vom Wahlrecht ausgeschlossen sind? In Österreich betragen diese immerhin 20 % der Gesamtbevölkerung, in Wien sogar 30 %. Ehs fragt hier „wie viel Ausschluss eine Demokratie verträgt, bevor sie nicht mehr Demokratie genannt werden kann“ und schlägt etwa eine Entkoppelung des Wahlrechts von der Staatsbürgerschaft oder eine Senkung der (weltweit gesehen zu den strengsten gehörenden) Bestimmungen zur Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft vor.
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