Olivenöl kann nach Solidarität schmecken
Giorgos Chondros, Initiator von MAZI (griechisch: „gemeinsam“), erzählte gemeinsam mit Katrin Kretschmer vom Athener Obdachlosenverein Shedia über ihre Aktivitäten.
Durch die griechische Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte mussten neue Überlebensalternativen gefunden werden, und es entstanden verschiedenste Solidaritätsbewegungen. Um Einkommen zu lukrieren, wurden viele Olivenhaine wieder aktiviert. Dabei ergab sich jedoch das Problem, dass die Vermarktung des Olivenöls vor allem über Großhändler erfolgte, die den Preis massiv drückten.
Um der Macht der Handelsfirmen zu entgehen, wurde 2017 die Kooperative „Messinis Gea“ gegründet, die gemeinsam mit dem österreichischen Verein MAZI und dem deutschen Verein Solidaritrade eine Direktvermarktung des Olivenöls organisiert. Auf diese Weise erhalten die Olivenbauern rund das Doppelte des üblichen Marktpreises – mit der Auflage, dass auch die Erntearbeiter:innen fair bezahlt und angemessen untergebracht werden.
Zusätzlich geht ein Euro pro Liter Öl in einen Solidaritätstopf, aus dem verschiedene Sozialprojekte wie z. B. Flüchtlingsunterkünfte auf Lesbos, Sozialmärkte oder medizinische Versorgung für die ärmsten Menschen Griechenlands finanziert werden. Über die Jahre konnten so etwa 200.000 Euro weitergegeben werden.
Ein Projekt, das MAZI unterstützt, ist Shedia, eine Initiative, die Angebote für obdachlose Menschen in Athen und Thessaloniki bereitstellt. Infolge der Krisen leben auch in Griechenland viele Menschen auf der Straße; insbesondere ältere Menschen sind häufig ohne soziale Absicherung und ohne Chance auf Beschäftigung. Mit dem Verkauf der Obdachlosenzeitung können sie zumindest etwas Geld verdienen. Darüber hinaus versucht Shedia, Arbeitsplätze und Wohnungen zu vermitteln und ein Sozialversicherungssystem für Obdachlose aufzubauen.
Katrin Kretschmer kam über ein Straßenfußballprojekt für Obdachlose zu Shedia in Griechenland, wo sie sich nun vor allem mit der Wiederverwertung von Altstoffen – etwa nicht verkauften Straßenzeitungen – beschäftigt. Sehr erfolgreich läuft auch die Produktion von Bitterorangenmarmelade, die am Freitag ebenfalls zum Verkauf angeboten wurde. Dazu werden die Bitterorangen, die massenhaft in den Straßen und Vorstädten Athens wachsen, gesammelt und zu qualitativ hochwertiger Marmelade verarbeitet.
Ein herzliches Dankeschön für das Engagement von MAZI und Shedia, die uns auf besondere Weise den Geschmack von Solidarität vermittelt haben.
Heinz Mittermayr
Weitere Infos: www.mazioil.at, www.shedia.gr
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