Wilhering war Ziel der ersten OÖ-Lehrlingswallfahrt
Im Mittelpunkt stand das Thema „Engel“ – ein bewusst gewähltes Leitmotiv, denn die Stiftskirche Wilhering, Ziel der Wallfahrer:innen, ist für ihre Vielzahl an Engelsdarstellungen bekannt.
Inspiration aus anderen Bundesländern
Initiator Peter Habenschuß, Jugendleiter bei mensch & arbeit und ehemaliger Religionslehrer, verweist auf erfolgreiche Modelle in anderen Bundesländern: „In Vorarlberg und Steiermark haben Lehrlingswallfahrten Tradition. In Oberösterreich gab es bislang nur vereinzelt schulinterne Angebote – das wollten wir ändern.“ Habenschuß holte dafür ehemalige Kolleg:innen ins Boot. Fünf Berufsschulen arbeiteten schließlich an der inhaltlichen Vorbereitung mit.
Pilgern als Gegenentwurf zum Arbeitsalltag
Für Religionslehrerin Elfriede Springer (Berufsschule Linz 3) bietet die Wallfahrt einen bewussten Moment der Entschleunigung: „Gemeinsam unterwegs sein – nicht in Werkhallen, nicht im Klassenzimmer, sondern draußen – ist eine wertvolle Erfahrung. Gerade zum Abschluss eines Ausbildungsabschnitts bietet das Pilgern Raum, auf das eigene Lernen und Erlebte zurückzublicken.“
Drei Startpunkte, ein gemeinsames Ziel
Die Lehrlinge nahmen drei unterschiedlichen Routen: Walding Bahnhof – mit Donau-Überquerung Richtung Wilhering; Wallfahrtskirche Dörnach und Kirche Schönering. Unterwegs erhielten die Gruppen Impulse zu den Erzengeln Michael, Gabriel und Rafael.
Die Erzengel kommen in allen monotheistischen Religionen vor – ein wichtiges Zeichen für Offenheit, denn Lehrlinge aller Glaubensrichtungen sind willkommen. Michael stehe für Schutz, Rafael für Begleitung, Gabriel für Frohbotschaft und Neuorientierung.
Feierlicher Abschluss im Stift Wilhering
Um 12.15 Uhr feierten die Teilnehmer:innen zuerst gemeinsam in der Stiftskirche, und nachher bei einer Mahlzeit den Tag.
Für Kurt Rumplmayr, Religionslehrer an der Berufsschule Wels 3 und Obmann des Pilgervereins BENEDIKT be-WEG-t, ist die Premiere erst der Anfang: „Wenn wir beim Nachhausefahren gute Rückmeldungen bekommen, soll es im nächsten Jahr eine Neuauflage geben. Manche denken sogar an mehrtägige Routen direkt von der jeweiligen Schule weg bis zum Ziel. Jetzt aber freuen wir uns über die gelungene erste gemeinsame Erfahrung.“