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Di. 07.07.26

Europäische Frauensommerakademie

Aufrecht statt Gerädert - Frauengesundheit im Blick
Aufrecht statt Gerädert

KABÖ, KAB D und KVW Südtirol - Frauen trafen sich vom 15. - 20. Juni 2026 in Haltern am See in Deutschland, um den Blick auf das Thema Frauengesundheit zu richten. 

Eine Woche lang beschäftigten sich 30 Frauen intensiv mit dem Thema Frauengesundheit auf persönlicher und gesellschaftspolitischer Ebene. Mit unterschiedlichen Methoden wurden jeweils andere Aspekte freigelegt. Es war Zeit sich selbst über Gespräche und dem kreativen Ausdruck beim Improtheater zu stärken und sich dabei inhaltlich und dennoch lustvoll mit den Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit oder herausfordernden Momenten im Gesundheitssystem auseinanderzusetzen.

 

Ein theoretischer Schwerpunkt der Woche lag bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die oftmals zur Erschöpfung und Armut von Frauen führen, die wiederum Auswirkungen auf den gesundheitlichen Zustand haben.

 

Martha Scholz - Resch (Geschäftsführerin BBRZ Reha GmbH) besteht auf eine Un-Gleichstellung von Frauen, wenn es um Gesundheit geht. Viel zu lange gab es hier eine "Gleichmacherei" von Männern und Frauen, mit einem Forschungsfokus auf weiße Männer. So kommt es, dass Erkrankungen wegen anderen Symptomen bei Frauen immer noch später erkannt werden (z.B.: Herzinfarkt) oder je nach Geschlecht "typische" Verhaltensweisen erwartet und (nicht) behandelt werden (z.B.: Depressionen). 

 

Magdalena Holztrattner (Sozialethikerin) führte uns auf eine sozialethische Spurensuche nach den Verbindungen zwischen Mental Load, Patriachat und Kapitalismus. Sie brachte eine öko-feministische Definition von Kapitalismus von der Friedrich-Ebert-Stiftung ein, die eine dem systemimmanente Ausbeutung von Mensch und Mitwelt offenlegt und sich nicht mit oberflächlichem Gerede über immerwährendes Wachstum zufrieden gibt. [...]ein System, das Wachstum durch strukturelle Ausbeutung und Aneignung unbezahlter oder schlecht bezahlter weiblich konnotierter Fürsorgearbeit (Care-Arbeit) sowie natürlicher Ressourcen beruht, ohne deren Erhalt zu garantieren. Dennoch ist Holztrattner der Überzeugung, dass christliche Hoffnungs-Kraft wider die Resignation wirksam werden und uns in eine, für alle Menschen sowie die Mitwelt, bessere Zukunft führen kann. 

 

Die geschäftsführende Co-Vorständin von Wirtschaft ist Care, Liska Beulshausen, zeigte folgendes Spannungsfeld auf und plädierte daher für eine care-zentrierte Wirtschaft. "Gesundheit braucht Care-Arbeit. Care-Arbeit kann für diejenigen, die sie leisten, zum Gesundheitsrisiko werden." 

Beulshausen nahm uns aber auch mit nach Mexiko, um schon Gelingendes aufzuzeigen. 2025 sei das dreifache Recht auf Care durch den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (IACHR) verabschiedet worden: Das Recht, Fürsorge zu erhalten. Das Recht, sich um andere zu kümmern. Das Recht, sich um sich selbst zu kümmern. 

 

Ein weiteres motivierendes Beispiel durften wir im Rahmen der Exkursion nach Gelsenkirchen bei einem Zeitzeuginnengespräch erleben. Marianne Kaiser berichtete von den Heinze-Frauen und ihrem Kampf für Lohngleichheit in den 1970ern. Ja - es ist lange her und es gibt ihn immer noch den Gender Pay Gap und Ja - wir brauchen gelingende, motivierende Erzählungen, die uns ermutigen selbst voranzugehen und gesunde Rahmenbedingungen einzufordern! Sommerlektüre: Weil wir gleich sind 

 

Was bleibt

Die Woche endet nicht mit dem Abreisetag: Mehrere Teilnehmerinnen haben sich zusammengeschlossen, um zum Internationalen Aktionstag für Frauengesundheit, am 28. Mai 2027, das Thema Frauengesundheit, inspiriert vom Slogan der Heinze-Frauen, sichtbar zu machen - in Berlin und über die Stadtgrenzen hinweg.

 

"Wir haben den Hut auf für Frauengesundheit. Keiner schiebt uns weg."  

 

 

 

Eine weitere Möglichkeit sich kollektiv zu engagieren, ist der Frauenstreik am 3. Mai 2027. Planungen sind im Gange und jede ist herzlich eingeladen sich zu beteiligen und darüber zu reden. www.frauenstreiken.at 

 

 

    Aufrecht statt Gerädert
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    Zeche Zollverein Essen
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    Gelsenkirchen
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    2028 findet die Europäische Frauensommerakademie in Südtirol statt. Wir halten euch auf dem Laufenden und freuen uns über neugierige Teilnehmerinnen, die ein Stück weit mit uns gehen wollen! 

     

     

     Elisabeth Zeindlinger 

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